Die Zeitschrift “Öko-Test” stellt abgepackten Feuchttüchern ein mäßiges Zeugnis aus: Von 43 Produkten wurde gut ein Drittel als nicht empfehlenswert klassifiziert. Grund waren meist Parfüm- und Konservierungsstoffe. Die Arbeiterkammer OÖ, die mit “Öko-Test” kooperiert, informierte am Mittwoch über die Ergebnisse und rät: Lieber zu Wasser und Waschlappen greifen, Feuchttücher nur für unterwegs.

Hauptkritikpunkt war das Konservierungsmittel Polyaminopropyl Buguanide (PHMB), das in acht Produkten gefunden wurde, obwohl die EU seine Verwendung in Kosmetika als Gefahrstoff der Klasse CMR2 bereits verboten hat. Hersteller erklärten “Öko-Test”, dass es sich um Restbestände handle bzw. ab 2016 nur mehr PHMB-freie Produkte in den Handel kommen würden.

Weiterer Konservierungsstoff unter Beobachtung

Vorsicht ist laut Testern auch bei dem Konservierungsstoff Phenoxyethanol geboten. Er wird derzeit vom wissenschaftlichen Beratergremium der EU auf mögliche toxische Wirkungen bewertet. Da es noch kein Ergebnis gibt, wurden die betroffenen Feuchttücher nicht abgewertet. Die Substanz war aber in 35 der 43 Proben vorhanden.

Konsumentenschützer raten, beim Kauf von Tüchern vor allem auf Polyaminopropyl zu achten. Sollte man ein Produkt zu Hause haben, das diesen Stoff enthält, könne man es aus Protest an den Hersteller zurückschicken. Zudem wird empfohlen, parfümfreie Produkte zu verwenden. Es seien zwar keine besonders problematischen Duftstoffe gefunden worden, generell hätten diese aber an Babys Popo nichts verloren. Die AK rät, zu Wasser und Waschlappen zu greifen – garantiert chemiefrei.

Quelle: vol.at 19. März 2016

 

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